Donnerstag, 20. November 2008 18:00
Heide Simonis

Zum ersten Mal in der deutschen Geschichte wurde am 19. Mai 1993 eine Frau die Regierungschefin eines Bundeslandes: Der Schleswig-Holsteinische Landtag wählte Heide Simonis zur ersten und bislang einzigen Ministerpräsidentin. - Von 1988 bis 1993 war sie Finanzministerin des Landes Schleswig-Holstein, und seit November 1993 gehört sie dem SPD-Parteivorstand an. Ab 2005 engagierte sie sich als UNICEF-Vorsitzende Deutschland. Im Februar 2008 trat sie von diesem Posten zurück, der Grund: Die KPMG-Wirtschaftsprüfungsgesellschaft stellte Verstöße fest, die nicht den Prinzipien einer ordnungsgemäßen Verwaltung entsprachen. Der daraus entstandene Wunsch nach erhöhter Transparenz, sollte nach innen neues Vertrauen und nach außen neues Selbstbewusstsein bewirken. Die Kluft zwischen der Vorsitzenden und dem Vorstand ließ sich nicht überbrücken. - Bekannt ist Heide Simonis nicht nur als Vollblutpolitikerin. Sie hält es für wichtig, immer wieder über den Tellerrand hinauszublicken. Das ist auch Grund dafür, warum sie in der Entwicklungshilfe in Afrika arbeitete und 2004 nach Afghanistan geflogen ist. Dort konnte sie hautnah erleben, was Armut in den ärmsten Ländern der Welt wirklich bedeutet. - Heute wird ihr Leben nicht mehr von der Politik bestimmt, nicht mehr vom "Brettern" durch 13 Termine am Tag. Nach ihrem Engagement für UNICEF versucht hin und wieder auch ein Buch in die Hand zu nehmen oder einen neuen Quilt anzufertigen. Auch ihre Leidenschaft für Flohmärkte hat sie nicht aufgegeben. - Am 20. November 2008 um 19:00 Uhr ist Heide Simonis zu Gast im Stadtgespräch. Sie nimmt Stellung zu dem gescheiterten Wahlversuch der hessischen SPD-Chefin Andrea Ypsilanti zur Ministerpräsidentin. Sie erklärt ihre Ansichten im Bezug auf die UNICEF Deutschland und zur Stellung der Frauen in Wirtschaftsleben und Politik.